Es gibt keinen Rekurs gegen den Zeitgeist.
Peter Zihlmann / Justiz im Irrtum

 

Aus der Einführung zu «Justiz im Irrtum»

 

Justiz und Recht haben seit dem zweiten Weltkrieg einen unerhörten Aufschwung genommen. Wer sollte sich nicht freuen über diesen Machtzuwachs des Rechts?

Lassen wir uns nicht täuschen! Hinter der Maske des Rechts und unter der Etikette "Recht und Ordnung" findet eine Revolution statt. Ihre Schauplätze sind Gerichtssäle. Vor Gericht wird keiner geschont, weder der Randständige noch der Mächtige, der Politiker so wenig wie der Wirtschaftskapitän. Jede und jeden kann es treffen. Alle sind gleich. Doch vor welchem Gesetz sind sie gleich?

Die zehn Gebote aus dem alten Testament sind schon lang in der Rumpelkammer der Geschichte verstaubt. Wer kennt sie noch? Eine verbindliche, gemeinsame Wertvorstellung existiert in unserer Gesellschaft nicht.

Was ist an ihre Stelle getreten?

Das Recht und die Richter, die Justiz.

Wir sind umspült und oft zugedeckt von einer gewaltigen Gesetzesflut, einem Meer von Paragraphen und bürokratischen Regeln.

Über dieses ungeheure und gigantische Regelwerk, das wir unser Recht nennen, herrschen Strafverfolger und Richter. Ihnen ist unheimliche Macht zugewachsen.

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